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Riga
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Riga (lettisch RÄ«ga) ist die Hauptstadt Lettlands und mit rund 590.000 Einwohnern (591.882 am 1. Januar 2025cite-ref-1[1]) die grĂ¶ĂŸte Stadt des Landes. Zugleich bildet es mit etwa einer Million Einwohnern den grĂ¶ĂŸten Ballungsraum des Baltikums. Riga ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes. Die alte Hansestadt ist berĂŒhmt fĂŒr ihre Jugendstilbauten und ihre großzĂŒgige Anlage sowie fĂŒr die gut erhaltene Innenstadt, darunter besonders die Altstadt. Im Jahr 2016 wurde Riga der Ehrentitel „Reformationsstadt Europas“ von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa verliehen.cite-ref-reformation-2-0[2]

Contents

‱ Geografie
‱ Lage
‱ Klima
‱ Geschichte
‱ GrĂŒndung
‱ Sprachen
‱ Symbole
‱ Kirchen
‱ Altstadt
‱ Parks
‱ Wirtschaft
‱ Verkehr
‱ Medien
‱ Bildung
‱ Kultur
‱ Theater
‱ Museen
‱ Musik
‱ Sport
‱ Literatur
‱ Monografien
‱ Weblinks

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Geografie

Lage

Die Altstadt Rigas liegt am rechten Ufer des Unterlaufs der DĂŒna (lettisch Daugava), die hier auch nach den Flussregulierungen der Neuzeit noch 500 m breit ist. Die nördlichen Vorstadtbezirke liegen bereits an der Rigaer Bucht (Rigaer Meerbusen). Das Hinterland im SĂŒden und Westen der Stadt ist verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig dĂŒnn besiedelt, ausgedehnte Moore und SĂŒmpfe bildeten hier einst einen natĂŒrlichen Schutz. Die von der letzten Eiszeit geprĂ€gte Landschaft um Riga verfĂŒgt ĂŒber eine Vielzahl kleiner Seen und BĂ€che, östlich und nördlich der Altstadt befand sich noch im ausgehenden 19. Jahrhundert ein ausgedehntes Ödland aus SanddĂŒnen.

Klima

Das Klima ist feucht-kontinental mit warmen, feuchten Sommern und schneereichen Wintern. Temperaturen bis −20 °C sind keine Seltenheit.

Stadtgliederung

Riga ist in drei Stadtbezirke (rajons) und drei VorstĂ€dte (priekĆĄpilsētas) gegliedert mit zahlreichen Stadtteilen (Stand 1. Januar 2010):cite-ref-einwohnerstatistik-3-0[3]

‱ ï»żCentra rajons, 3 kmÂČ, 24.547 Einwohner Stadtteile: Centrs (Neustadt), Vecpilsēta (Altstadt)
‱ ï»żKurzemes rajons, 79 kmÂČ, 133.505 Einwohner Stadtteile: Āgenskalns, Bolderāja, DaugavgrÄ«va, Dzirciems, IÄŒÄŁuciems, Imanta, Kleisti, Ķīpsala, RÄ«tabuČČi, Spilve, Voleri, Zasulauks
‱ ï»żZiemeÄŒu rajons, 77 kmÂČ, 80.652 Einwohner Stadtteile: Čiekurkalns, Jaunciems, KundziƆsala, MangaÄŒsala, MeĆŸaparks, MÄ«lgrāvis, Pētersala-Andrejsala, Sarkandaugava, TrÄ«sciems, Vecāķi, Vecdaugava, VecmÄ«lgrāvis
‱ ï»żLatgales priekĆĄpilsēta, 50 kmÂČ, 193.287 Einwohner Stadtteile: Avotu iela, Dārzciems, DārziƆi, GrÄ«ziƆkalns, Ķengarags, Latgales apkaime, PÄŒavnieki, Rumbula, Ć Ä·irotava
‱ ï»żVidzemes priekĆĄpilsēta, 57 kmÂČ, 172.064 Einwohner Stadtteile: BerÄŁi, Brasa, BrekĆĄi, Bukulti, DreiliƆi, Jugla, MeĆŸciems, Purvciems, Skanste, SuĆŸi, Teika
‱ ï»żZemgales priekĆĄpilsēta, 41 kmÂČ, 105.090 Einwohner Stadtteile: Āgenskalns, Atgāzene, BeberbeÄ·i, BieriƆi, BiĆĄumuiĆŸa, Katlakalns, MĆ«kupurvs, Pleskodāle, Salas, Ć ampēteris, TorƆakalns, Ziepniekkalns, ZolitĆ«de

FlÀchennutzung

‱ Bewohnte FlĂ€che: 67,00 kmÂČ (21,8 %)
‱ Gewerbliche FlĂ€che: 52,45 kmÂČ (17,0 %)
‱ Straßen und Wege: 24,64 kmÂČ (8,0 %)
‱ Parkanlagen: 57,54 kmÂČ (19,0 %)
‱ GewĂ€sser: 48,50 kmÂČ (15,8 %)cite-ref-ie2-4-0[4]
‱ Auch sehr viel Wald

Nachbarschaft

Das Stadtgebiet von Riga grenzt im Nordwesten an die Ostsee, im Nordosten und Osten an die Verwaltungsbezirke (novads) Carnikava, Garkalne und StopiƆi, im SĂŒden an Salaspils, Ķekava und Olaine und im Westen an Mārupe, BabÄ«te sowie die Stadt JĆ«rmala.

Geschichte

GrĂŒndung

Bereits vor der GrĂŒndung Rigas (1201) am Zusammenfluss des spĂ€ter zugeschĂŒtteten Baches RÄ«dzene (deutsch: Riege – daher der Name Riga) und der DĂŒna bestand am rechten Ufer der DĂŒna eine Siedlung der finno-ugrischen Liven. Ende des 12. Jahrhunderts kamen immer wieder Kaufleute aus Gotland, um hier Handel zu treiben. Mehrfach gingen auch Missionsversuche von diesem Ort aus, die jedoch bis zur eigentlichen StadtgrĂŒndung fehlschlugen. Erst mit dem Erscheinen Alberts von Buxthoeven aus Bremen gelang es, Riga als Drehscheibe des Russlandhandels und Ausgangspunkt der Mission und der deutschen Kolonisierung des Baltikums zu konsolidieren.

Bis dahin hatte der etwa 50 km westlich gelegene Semgallerhafen am Unterlauf der KurlĂ€ndischen Aa (lettisch Lielupe) als wichtiger Handelsplatz der Region gedient. Auf Betreiben deutscher Kaufleute, die vom Papst ein entsprechendes Privileg erwarben, wurde im Jahr 1200 seine Schließung erzwungen, um den deutschen HĂ€ndlern eine Monopolstellung zuzusichern. So konnte sich Riga in wenigen Jahrzehnten zur bedeutendsten Stadt eines Gebietes entwickeln, das fortan als Livland (lateinisch: Livonia) einen festen Platz auf der Landkarte Europas einnahm. Insbesondere zu Beginn ihrer Geschichte erlebte die Stadt einen rasanten Aufschwung: Die bebaute FlĂ€che wuchs in einem Vierteljahrhundert um das fĂŒnf- bis sechsfache. Die Stadt war Sitz eines Erzbischofs und gehörte seit 1282 der Hanse an.cite-ref-5[5]

Ab 1211 gewannen die BĂŒrger der Stadt, insbesondere die Kaufleute, die sich nach der Unterwerfung der umliegenden Völkerschaften hier niederließen, rasch an Einfluss: Bereits 1225 konnten sie den Stadtvogt, der bis dahin vom Bischof eingesetzt wurde, selbst wĂ€hlen. Der Rigaer Stadtrat ist 1225 zum ersten Male urkundlich erwĂ€hnt und bestand wahrscheinlich schon seit 1222 oder 1223. Anfangs galt in Riga das Visbyer Stadtrecht,cite-ref-6[6] danach das an das LĂŒbische Recht angelehnte Hamburger Stadtrecht.cite-ref-7[7]

Riga unter dem Deutschen Orden

Im Rahmen der Ostkolonisation versuchten die Bischöfe, vor allem Deutsche im heidnischen Gebiet anzusiedeln. MilitĂ€risch wurden sie dabei von Ritterorden unterstĂŒtzt, zunĂ€chst vom SchwertbrĂŒderorden und nach dessen Niedergang vom Deutschen Orden, in den der SchwertbrĂŒderorden eingegliedert worden war. Insbesondere nach der Vertreibung der Kreuzfahrer aus PalĂ€stina begann sich der Deutsche Orden verstĂ€rkt um die osteuropĂ€ischen Gebiete zu kĂŒmmern, zunĂ€chst Preußen, aber auch Livland. Der Deutsche Orden war eine machtvolle eigenstĂ€ndige kirchliche Körperschaft, die bald zu den Erzbischöfen von Riga in Konkurrenz trat. Geleitet wurde der livlĂ€ndische Zweig des Deutschen Ordens von einem Landmeister, der dem Hochmeister (oberster Ordensherr) unmittelbar unterstand.

Zwischen den Erzbischöfen von Riga und dem Deutschen Orden wurden zahlreiche Auseinandersetzungen teils mit Waffengewalt, teils mit Prozessen vor dem Papst ausgefochten. Die Erzbischöfe ersuchten auch benachbarte Staaten um Schutz (z. B. den König von DĂ€nemark, aber auch den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, außerhalb dessen Grenzen Livland zunĂ€chst lag). Nach der vom Orden gewonnenen Schlacht bei NeuermĂŒhlen am 30. MĂ€rz 1491 schlossen der Deutsche Orden und der Erzbischof von Riga den Frieden von Wolmar.cite-ref-8[8] Der Erzbischof erkannte den Deutschen Orden als Schutzmacht Livlands an und beteiligte sich mit einem eigenen Heereskontingent an der Schlacht am Smolinasee im Jahr 1502.

Reformation, polnisch-litauische Herrschaft und Riga als zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Schwedens

Im Jahre 1522 schloss sich Riga der Reformation an.cite-ref-9[9] 1527 berief der Rat den Königsberger Reformator Johannes Briesmann zum Domprediger und in eine einem Superintendenten gleichkommende Stellung.cite-ref-10[10] Damit nĂ€herte sich die Macht der Erzbischöfe ihrem Ende. Der letzte Erzbischof von Riga war Wilhelm von Brandenburg. Nach Ausbruch des LivlĂ€ndischen Krieges 1558 und der Auflösung der LivlĂ€ndischen Konföderation 1561/62 folgte die Stadt nicht mehr unmittelbar der Entscheidung des Erzbischofs und des Ordens, sich Polen-Litauen zu unterwerfen, sondern favorisierte insbesondere in den 1570er Jahren den Status einer freien Reichsstadt des Heiligen Römischen Reiches.cite-ref-11[11] Erst als die erhoffte kaiserliche UnterstĂŒtzung ausblieb, brachte der erneute Vormarsch russischer Heere die Stadt dazu, 1581 Polens König Stephan BĂĄthory zu huldigen, der im Gegenzug im Corpus Privilegiorum Stephaneum (auch als Corpus Privilegiorum Stephanorum bezeichnet) die traditionellen Freiheiten und Privilegien der Stadt bestĂ€tigte.cite-ref-12[12] Als Ă€ußeres Zeichen der BlĂŒte, die die Stadt in dieser Zeit erlebte, ist die GrĂŒndung ihrer ersten Druckerei (1587) durch Nicolas Mollyn anzusehen. Dieser verlegte in den folgenden 38 Jahren 165 BĂŒcher, davon 119 in lateinischer, 43 in deutscher und drei in lettischer Sprache.cite-ref-13[13]

Im Polnisch-Schwedischen Krieg bedrohten schwedische Truppen im Jahr 1600, gleich zu Kriegsbeginn, erstmals Riga,cite-ref-14[14] ließen dann jedoch von einem Angriff auf die stark befestigte Stadt ab. Die 40-jĂ€hrige polnisch-litauische Herrschaft, unter der sich die BĂŒrger Rigas erfolgreich gegenreformatorischer Bestrebungen erwehrten (etwa in den sogenannten Kalenderunruhen), endete mit der Eroberung der Stadt durch Gustav II. Adolf von Schweden im Jahr 1621.cite-ref-15[15] Die schwedische Krone behandelte Riga entsprechend seinem Rang als zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt des Königreichs und ließ es angesichts der strategischen Bedeutung, die ihm bei der Verteidigung des schwedischen Dominium maris baltici zukam, aufwendig befestigen. Der markante Rote Turm verschwand im Jahr 1646. Im Russisch-Schwedischen Krieg (1656–1658) hielt Riga der russischen Belagerung stand und bewahrte bis Anfang des 18. Jahrhunderts seine Stellung als eine der wichtigsten StĂ€dte Schwedens. In dieser Zeit genoss die Stadt weitgehende Selbstverwaltung.

Im Laufe des Großen Nordischen Krieges wurden Riga und die Rigaer in mehrfacher Hinsicht hart getroffen: durch die von der Stadt und der BĂŒrgerschaft zu entrichtenden Kontributionen und dadurch, dass Riga zum Kriegsschauplatz wurde. In der Schlacht an der DĂŒna am 19. Juli 1701 wehrte König Karl XII. von Schweden den Angriff der sĂ€chsisch-russischen Truppen ab.cite-ref-16[16] Am 4. Juli 1710 ergab sich die Stadt nach lĂ€ngerer Belagerung den Truppen von General Boris Petrowitsch Scheremetew.cite-ref-meyers1905-17-0[17] Der Aufstieg Russlands zur Großmacht an der Ostsee wurde durch den Frieden von Nystad im Jahre 1721 besiegelt. Riga wurde darin dem Zarenreich zugeschlagen.

Nach dem Großen Nordischen Krieg: Russische Besetzung – Riga als Teil des Gouvernements Livland

Riga wurde Sitz der Verwaltung und Hauptstadt des Gouvernements Livland (siehe Ostseegouvernements). Dem Gouverneur unterstanden eine „russische Kanzlei“ fĂŒr den Schriftverkehr in russischer Sprache mit den MilitĂ€rbehörden und eine „deutsche Kanzlei“ fĂŒr den Schriftverkehr in deutscher Sprache mit den Landesbehörden und mit dem Kollegium der liv- und estnischen Sachen der russischen Regierung in Sankt Petersburg.cite-ref-18[18]

1787 wurde eine neue Stadtverfassung eingefĂŒhrt, die die BeschrĂ€nkung der Macht auf die traditionellen drei „StĂ€nde“ (Magistrat, Große Gilde und Kleine Gilde) ĂŒberwand und breiteren Kreisen der BĂŒrgerschaft ein Mitspracherecht eröffnete. Dazu wurde die BĂŒrgerschaft in sechs „Klassen“ eingeteilt:cite-ref-19[19]

1. „besitzliche“ (soll heißen: Haus und Grund besitzende) Einwohner
2. Kaufleute (gegliedert in drei Gilden)
3. Handwerker
4. Fremde und „GĂ€ste“ (insbesondere Handeltreibende) aus anderen StĂ€dten
5. „namhafte“ BĂŒrger (aufgrund ihres Ansehens in die BĂŒrgerschaft Aufgenommene)

Im Jahr 1800 zĂ€hlte Riga rund 30.000 Einwohner; davon waren 47 % Deutsche, 25 % Letten und 14 % Russen.cite-ref-20[20] Die Letten arbeiteten als Hilfsarbeiter der HĂ€ndler, als Ligger (niederdeutsch fĂŒr „Lieger“) an der Stadtwaage und an der Wrake, als SalztrĂ€ger und als BiertrĂ€ger, als Hanfschwinger usw.cite-ref-21[21]

Als 1812 Napoleon Russland ĂŒberfiel, rĂŒckte ein Teil der Grande ArmĂ©e in Kurland ein. Es waren preußische Truppen unter dem Befehl von Ludwig Yorck von Wartenburg, die gezwungen worden waren, sich in die Grande ArmĂ©e einzureihen. Auf das GerĂŒcht hin, die Feinde seien auch im Anmarsch auf Riga, ließ der Stadtkommandeur, Generalleutnant Magnus Gustav von Essen, in der Nacht vom 11. zum 12. Juli die Rigaer VorstĂ€dte anzĂŒnden, um ein freies Schussfeld zu schaffen und dem Gegner keine Deckung zu bieten. Drei Kirchen und mehr als 700 HĂ€user brannten ab.cite-ref-22[22] Letztlich entschied Yorck, Riga nicht anzugreifen, zumal es ihm widerstrebte, fĂŒr Napoleon zu kĂ€mpfen.cite-ref-23[23]

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde Riga schrittweise zu einem der wichtigsten HĂ€fen Russlands ausgebaut. Vor allem seit den 1860er Jahren entstanden zahlreiche Fabriken und Arbeiterviertel.cite-ref-24[24] Wichtige Industriezweige waren der Maschinenbau, der Fahrzeugbau, die chemische Industrie (Farbwerke und Gummiherstellung), die holzverarbeitende Industrie und die Textilindustrie.cite-ref-25[25] Die von Johann Theodor Pychlau 1827 in Strasdenhof am Jugla-See eingerichtete Baumwollweberei entwickelte sich zu einem der ersten industriellen Großbetriebe.

Infolge der Industrialisierung verzehnfachte sich die Bevölkerung der Stadt zwischen 1850 und 1900. Der VolkszĂ€hlung von 1881 zufolge kamen rund 60 % der Zuwanderer aus den Ostseegouvernements Livland und Kurland, 27 % aus Lettgallen (Gouvernement Witebsk) und Litauen (Gouvernements Kowno und Wilna) sowie anderen Gouvernements des Russischen Kaiserreiches und 12 % aus Deutschland.cite-ref-26[26] 1881 gaben rund 30 % der Einwohner an, deutschbaltisch zu sein, etwa 33 % waren Letten, 19 % Russen oder AltglĂ€ubige und 8,5 % Juden. 1913 gaben etwa 40 % der Einwohner an, Letten zu sein, knapp 20 % waren Russen und AltglĂ€ubige, etwa 13 % Deutsch-Balten und etwa 7 % Juden. Außerdem hatte Riga eine nennenswerte polnische und litauische Minderheit.

Bei der Wahl des Stadtrates galt in der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts und bis 1918 ein Dreiklassenwahlrecht. 1878 gehörten der 1. Klasse (BĂŒrger mit einer Jahressteuerleistung von 420 Rubeln und mehr) 173 BĂŒrger an, der 2. Klasse (Jahressteuerleistung von 115 bis 419 Rubel) 629 BĂŒrger und der 3. Klasse (Jahressteuerleistung von 16 bis 114 Rubel) 4410 BĂŒrger.cite-ref-27[27] Insgesamt hatten somit 3,4 % der Einwohner im Jahr 1878 das Wahlrecht. Trotz russischer Herrschaft blieben sowohl die Stadtkultur als auch der Großgrundbesitz bis weit ins 19. Jahrhundert vom Einfluss der deutschen Oberschicht geprĂ€gt. Bis 1891 war die Amtssprache Deutsch (bis 1904 bestand die deutsche Stadtverwaltung), erst danach wurde es durch Russisch ersetzt. 1897 hatte Riga einschließlich des Patrimonialgebietes 256.197 Einwohner, von denen ca. 42 % Letten, 26 % Deutsche, 17 % Russen, 7 % Juden und 5 % Polen waren.cite-ref-28[28] FĂŒr die Selbstorganisation der Letten gewann die 1868 gegrĂŒndete Rigaer Lettischen Gesellschaft (lettisch: RÄ«gas LatvieĆĄu biedrÄ«ba, wörtlich: Rigaer Letten-Verein) große Bedeutung,cite-ref-29[29] auch fĂŒr die Erarbeitung ihrer politischen Forderungen.cite-ref-30[30] Der Religionszugehörigkeit nach waren 64 % Lutheraner und Reformierte, 18 % Griechisch-Orthodoxe (einschließlich Sekten), 6 % Römisch-Katholische und 12 % Juden. Um diese Zeit hatte Riga zehn evangelische, eine reformierte, eine anglikanische, zwei römisch-katholische und 14 griechisch-orthodoxe Kirchen (nebst zwei Klöstern) sowie eine Synagoge.cite-ref-meyers1905-17-1[17]

Von der Russischen Revolution im Jahre 1905 wurde auch die Arbeiterschaft der Industriestadt Riga erfasst, am 13. Januar 1905 kam es zu einer ersten Demonstration der SolidaritÀt mit den Streikenden in Sankt Petersburg; der Name der 1930, zum 25. Jahrestag, so benannten Magistrale 13 janvāra iela in Riga erinnert daran. Polizei und MilitÀr beendeten die Streiks der Rigaer Arbeiter mit aller HÀrte. Erst 1908 wurde der Ausnahmezustand wieder aufgehoben.cite-ref-31[31]

Erster Weltkrieg und Lettischer UnabhÀngigkeitskrieg

Die Entwicklung Rigas wurde vom Ersten Weltkrieg jĂ€h unterbrochen. Die Stadt lag ab September 1915 an der Frontlinie.cite-ref-32[32] Zur Sicherstellung der Kriegswirtschaft wurden etwa 200.000 Einwohner (Arbeiter mit ihren Familien) fĂŒr RĂŒstungszwecke nach Zentralrussland deportiert. Die russische Verwaltung ließ vor allem die Juden deportieren, da sie der Deutschfreundlichkeit bezichtigt wurden,cite-ref-33[33] außerdem die Deutsch-Balten. Die Niederlagen der russischen Armee in Litauen 1915 wurden den Juden angelastet, die im Hinterland der Front fĂŒr die Deutschen spioniert haben sollten. Das stĂ€dtische Gymnasium wurde nach Dorpat verlegt, das Polytechnikum nach Moskau.cite-ref-34[34] Bis 1917 verließ die HĂ€lfte der Rigenser ihre Stadt, sei es als FlĂŒchtlinge, sei es als Deportierte.cite-ref-35[35] In den ersten Septembertagen 1917 wurde die Stadt in der Schlacht um Riga vom deutschen Heer eingenommen. Die russische Armee zerstörte alles, was den Deutschen nicht in die HĂ€nde fallen sollte; die russischen Soldaten plĂŒnderten die BĂŒrgerhĂ€user (vor allem wĂ€hrend des 3. Septembers) und schleppten mit, was sie tragen konnten.cite-ref-36[36] Die in die Stadt einrĂŒckenden Deutschen wurden von den verbliebenen Einwohnern bejubelt.cite-ref-37[37]

Nach Kriegsende wurde am 18. November 1918 im heutigen Lettischen Nationaltheatercite-ref-38[38] noch unter deutscher Besatzung die unabhÀngige Republik Lettland ausgerufen.cite-ref-39[39] Riga war ihre Hauptstadt. Im Lettischen UnabhÀngigkeitskrieg wurden Riga bzw. Stadtteile Rigas im Laufe des Jahres 1919 von verschiedenen TruppenverbÀnden eingenommen; drei lettische Regierungen unterschiedlicher Ausrichtung lösten einander ab:

1. In den Tagen vom 2. bis zum 4. Januar 1919 eroberten sowjetrussische Truppen, unterstĂŒtzt von Roten Lettischen SchĂŒtzen, Riga.cite-ref-40[40] Vom 4. Januar bis zum 21. Mai herrschte die Sowjetmacht der Lettischen SSR. Einen Monat spĂ€ter begann der „Rote Terror“ mit der Hinrichtung von „Volksfeinden“.cite-ref-41[41] Allein in Riga wurden 3654 Todesurteile vollstreckt, unter anderem im Wald von BiÄ·ernieki.cite-ref-42[42]
2. Nach der Vertreibung der Roten Armee aus Riga am 22. Mai 1919 durch die Baltische Landeswehr und deutsche Freikorps residierte Andrievs Niedra als MinisterprĂ€sident in einer von den alliierten Behörden, bĂŒrgerlichen Letten und dem deutschen Generalkommando eingesetzten Marionettenregierung. Nach dem Waffenstillstand von Strasdenhof am 3. Juli zogen sich die Freikorps zurĂŒck; die Regierung Niedra trat zurĂŒck.
3. Die parlamentarische Regierung Kārlis Ulmanis’ kehrte am 7. Juli infolge des Waffenstillstands von Strasdenhof nach Riga zurĂŒck. In den Tagen vom 8. bis zum 10. Oktober 1919 eroberte die Bermondt-Armee die Stadtteile links der DĂŒna. Ihr standen in Riga nur vergleichsweise schwache lettische Einheiten gegenĂŒber, da der grĂ¶ĂŸte Teil der lettischen Truppen durch den Kampf gegen die sowjetische Armee zur Befreiung Lettgallens gebunden war.cite-ref-43[43] Dennoch konnten die lettischen Truppen dank der UnterstĂŒtzung estnischer Truppen in Riga das rechte Ufer der Daugava halten. Am 11. November gelang ihnen auch die RĂŒckeroberung der westlichen Rigaer VorstĂ€dte.cite-ref-44[44] Daran erinnert der Name des Boulevards zwischen Altstadt und Daugava: 11. novembra krastmala (Uferstraße des 11. November).

Der Machtbereich der jeweiligen Regierung, das heißt die Ausdehnung des Gebietes, in dem sie tatsĂ€chlich das Sagen hatte, Ă€nderte sich infolge der Kriegsereignisse stĂ€ndig. Am 11. August 1920 schlossen die Republik Lettland und die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik den Frieden von Riga, der den UnabhĂ€ngigkeitskrieg beendete. Am 18. MĂ€rz 1921 wurde in Riga der polnisch-sowjetische Friedensvertrag unterschrieben.

Zwischenkriegszeit

Den Kriegsjahren von 1914 bis 1920 (Erster Weltkrieg und Lettischer UnabhĂ€ngigkeitskrieg) folgte eine erneute BlĂŒtezeit in der Geschichte Rigas. Riga war die Hauptstadt des unabhĂ€ngigen Lettland und der Sitz der Saeima, des lettischen Parlaments. In der Stadt lebten neben der lettischen Bevölkerungsmehrheit große Minderheiten: Russen, Deutsche, Juden und andere. Schon im Dezember 1919 hatte der Lettische Volksrat den Minderheiten weitgehende Rechte gesetzlich gesichert, darunter selbstverwaltete Schulen mit Unterricht in ihren jeweiligen Sprachen.cite-ref-45[45] Das Herder-Institut bestand von 1920 bis 1939.

1938 hatte Riga rund 385.000 Einwohner, noch etwa 45.000 von ihnen waren deutschstÀmmig.

Zweiter Weltkrieg

Mit der MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten in Deutschland wurde Lettland nicht nur von den neu aufkeimenden hegemonialen Strömungen der Sowjetunion bedroht, die eine Angliederung des ehemals zum Russischen Reich gehörenden Territoriums forderten. Im Hitler-Stalin-Pakt vom August 1939 vereinbarten die beiden Diktatoren, dass das Baltikum in die sowjetische EinflusssphĂ€re fallen sollte. Im Herbst 1939 wurden die Deutsch-Balten vereinbarungsgemĂ€ĂŸ in den vom Deutschen Reich eroberten polnischen Warthegau umgesiedelt. Am 17. Juni 1940 rollten sowjetische Panzer durch Rigas Straßen, die Sowjetunion machte Lettland zu einer Sowjetrepublik (Lettische Sozialistische Sowjetrepublik) und deportierte viele Letten, besonders aus dem Bildungs- und BesitzbĂŒrgertum und der politischen Elite, in das Innere der Sowjetunion. Zur Überwachung der Bevölkerung durch den NKWD wurde Riga in sechs Bezirke aufgeteilt: den Lenin-Bezirk, den Stalin-Bezirk, den Kirow-Bezirk, den Proletarier-Bezirk, den Rote-Armee-Bezirk und den Moskauer Bezirk.cite-ref-46[46]

Im Zuge des Angriffs auf die Sowjetunion (ab dem 22. Juni 1941) eroberten deutsche Truppen am 29. Juni die Stadtteile links der Daugava (Pārdaugava) und in den beiden folgenden Tagen die ĂŒbrigen Stadtteile.cite-ref-47[47] Bevor sie die Stadt rĂ€umten, plĂŒnderten Soldaten der Roten Armee in Riga.cite-ref-48[48]

In der Zeit der deutschen Besatzung von 1941 bis 1944 war Riga der Verwaltungssitz des Generalkommissars fĂŒr den Generalbezirk Lettland Otto-Heinrich Drechsler. Das hier befindliche Reichskommissariat Ostland, das zunĂ€chst in Kaunas errichtet worden war, veranstaltete vom 4. bis zum 19. MĂ€rz 1944 die Kunstausstellung Ostland-Studien deutscher Maler.

Die jĂŒdische Bevölkerung, 1933 rund 44.000 Menschen, wurde ab Juli 1941 im Ghetto Riga interniert. Hinzu kamen deportierte Juden mit ZĂŒgen aus dem Reichsgebiet (Berlin, DĂŒsseldorfcite-ref-49[49], Hannover, Köln, NĂŒrnberg und Wien) und aus dem KZ Theresienstadt im deutsch besetzten Protektorat Böhmen und MĂ€hren.cite-ref-50[50] Weitere Gefangene gab es spĂ€ter im sogenannten Arbeits- und Erziehungslager Salaspils, dem Kriegsgefangenen-Stammlager 350 in Riga und dessen Zweiglager Stalag 350/Z, dem KZ Riga-Kaiserwald, im ehemaligen Villenvorort MeĆŸaparks-Kaiserwald und dessen Außenlagern sowie dem KZ Jungfernhof im Dorf Jumpravmuiza nahe der Bahnstation Skirotava. Von 1941 bis 1944 wurden im Wald von BiÄ·ernieki bei zahlreichen Massakern etwa 20.000 Juden, 10.000 Kriegsgefangene und 5000 WiderstandskĂ€mpfer ermordet. Vom 30. November bis zum 9. Dezember 1941 wurden im Wald von Rumbula etwa 27.500 Juden ermordet.

WĂ€hrend der kriegerischen Auseinandersetzungen um die RĂŒckeroberung der Stadt durch die Rote Armee (vom 13. bis zum 15. Oktober 1944) wurde die Altstadt Rigas schwer beschĂ€digt. Lettland wurde erneut von der Sowjetunion okkupiert und Riga die Hauptstadt der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik.

In Riga bestanden die drei sowjetischen Kriegsgefangenenlager 277, 317 und 350 fĂŒr deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.cite-ref-51[51] Schwer Erkrankte wurden in den KriegsgefangenenhospitĂ€lern 3338 und 4379 untergebracht.

Wiederherstellung der UnabhÀngigkeit

Ermutigt durch Perestroika und Glasnost erklĂ€rte der Oberste Sowjet der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik (der sich als Saeima, als lettisches Parlament, konstituierte) 1990 die Wiederherstellung der UnabhĂ€ngigkeit von der Sowjetunion. Daraufhin ließ der damalige GeneralsekretĂ€r des Zentralkomitees der KPdSU und PrĂ€sident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, das ParlamentsgebĂ€ude in Riga durch sowjetische MilitĂ€reinheiten besetzen. Doch erkannte die Sowjetunion am 21. August 1991 die UnabhĂ€ngigkeit Lettlands an. Riga wurde erneut die Hauptstadt eines souverĂ€nen lettischen Staates. Zum 31. Dezember 1991 löste sich die Sowjetunion auf.

Bevölkerung

Die beiden grĂ¶ĂŸten Bevölkerungsgruppen in der Stadt sind Letten und Russen: Der VolkszĂ€hlung im Jahre 2011 zufolge betrĂ€gt der Anteil der Letten an der Stadtbevölkerung 46,3 %, Russen bilden 40,2 %, Belarussen 3,8 %, Ukrainer 3,4 %, Polen 1,8 % und Angehörige anderer Volksgruppen 4,5 %.cite-ref-52[52] Bei einem nationalen Volksentscheid im Februar 2012 wurde die EinfĂŒhrung des Russischen als zweite Amtssprache von 74,8 % der WĂ€hler abgelehnt.cite-ref-53[53]

Bevölkerungsentwicklung

Bis 2024 war Riga mit damals 607.222 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2024)cite-ref-csb-54-0[54] die bevölkerungsreichste Stadt der baltischen Staaten vor Vilnius mit damals 604.806 Einwohnern;cite-ref-55[55] 2025 ĂŒberholte Vilnius Riga.

Die Einwohnerzahl Riga ging seit 1990 stetig zurĂŒck und fĂ€llt weiter. Die GrĂŒnde dafĂŒr sind:

‱ die Abwanderung vor allem junger Familien in die Umlandgemeinden, zumal nach Mārupe, Jaunmārupe, Salaspils, Ķekava und Olaine, wo Bauland erschwinglich ist.
‱ die Übersiedlung von Angehörigen aller Volksgruppen nach Westeuropa; die RĂŒckwanderung von Russen nach Russland fĂ€llt demgegenĂŒber kaum ins Gewicht.
‱ die niedrige Geburtenziffer: Bereits in der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik zĂ€hlte deren Geburtenrate zu den niedrigsten aller Unionsrepubliken.

Sprachen

FĂŒr die Jahre von 1867 bis 1930 ergibt sich die Zusammensetzung der Rigaer Einwohner nach ihrer Mutter- oder Umgangssprache aus nachstehender Tabelle:cite-ref-56[56]cite-ref-volksz-hlung-1930-teil-ii-ab-s-70-57-0[57]

| Sprache | 1867 | 1881 | 1897 | 1913 | 1930 |
|---|---|---|---|---|---|
| Deutsch | 43.980 (42,9 %) | 66.775 (39,4 %) | 65.332 (25,5 %) | 78.656 (16,7 %) | 44.105 (11,67 %) |
| Lettisch | 24.199 (23,6 %) | 49.974 (29,5 %) | 106.541 (41,6 %) | 187.135 (39,6 %) | 227.842 (60,29 %) |
| Russisch | 25.772 (25,1 %) | 31.976 (18,9 %) | 43.338 (16,9 %) | 99.985 (21,2 %) | 29.696 ( 0 7,86 %) |
| Jiddisch | 5.254 ( 0 5,1 %) | 14.222 ( 0 8,4 %) | 16.521 ( 0 6,5 %) | 21.231 ( 0 4,5 %) | 42.328 (11,20 %) |
| Estnisch | 872 ( 0 0,9 %) | 1.565 ( 0 0,9 %) | 3.532 ( 0 1,4 %) | 6.721 ( 0 1,4 %) | 2.443 ( 0 0,65 %) |
| Polnisch | 
 | 
 | 12.869 ( 0 5,0 %) | 35.621 ( 0 7,5 %) | 16.574 ( 0 4,39 %) |
| Litauisch | 
 | 
 | 5.853 ( 0 2,3 %) | 25.824 ( 0 5,5 %) | 6.817 ( 0 1,80 %) |
| Sonstige * | 2.513 ( 0 2,4 %) | 4.048 ( 0 2,4 %) | 1.772 ( 0 0,7 %) | 16.895 ( 0 3,6 %) | 8.112 ( 0 2,14 %) |
| ohne Angabe | 
 | 769 ( 0 0,5 %) | 130 ( 0 0,1 %) | 
 | 
 |
| Gesamt | 102.590 (100 %) | 169.329 (100 %) | 255.879 (100 %) | 472.068 (100 %) | 377.917 (100 %) |

* Die Angabe fĂŒr 1881 enthĂ€lt hier auch die polnisch- und litauischsprachigen Einwohner

Politik und Verwaltung

Die Stadt ist Sitz des PrÀsidenten, des Parlamentes (Saeima), der Ministerien, des Obersten Gerichtshofes (Latvijas Republikas Augstākā tiesa) sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen.

Die Stadtverwaltung hat ihren Sitz im Rathaus am Rathausplatz (Ratslaukums) in der Altstadt. Der Stadtrat hat 60 Mitglieder, die alle vier Jahre neu gewĂ€hlt werden und den Ratsvorsitzenden und damit den BĂŒrgermeister aus ihren Reihen wĂ€hlen. Mit Nils UĆĄakovs wurde 2009 erstmals im unabhĂ€ngigen Lettland ein ethnischer Russe zum BĂŒrgermeister gewĂ€hlt. Von 2020 bis Juli 2023 war MārtiƆơ StaÄ·is BĂŒrgermeister von Riga.cite-ref-58[58] Seit dem 17. August 2023 ist Vilnis Kirsis BĂŒrgermeister von Riga.cite-ref-59[59] Das RatsprĂ€sidium besteht aus Mitgliedern aller Ratsfraktionen und dem BĂŒrgermeister. Öffentliche Sitzungen finden meist einmal im Monat statt.

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Hauptartikel

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Liste der StadtoberhÀupter von Riga

Symbole

Wappen

Flagge

Die Flagge von 1937 zeigt das Wappen mittig auf zwei horizontalen, hellblau-weißen Streifen.

PartnerstÀdte

Die erste Partnerschaft Rigas wurde 1964 mit der finnischen Stadt Pori geschlossen. Erste außereuropĂ€ische Partnerstadt ist seit 1974 das japanische Kƍbe. Mit Rostock (1974) und Bremen (1985) wurden zwei ehemalige deutsche HansestĂ€dte Partner Rigas. Die Partnerschaftsabkommen mit beiden StĂ€dten wurden 1991 beziehungsweise 1992 erneuert.

Die PartnerstÀdte von Riga sind (Stand 2023):cite-ref-61[61]

‱ Finnland Pori (Finnland, seit 1964)
‱ Deutschland Rostock (Deutschland, seit 1974)
‱ Japan Kƍbe (Japan, seit 1974)
‱ Deutschland Bremen (Deutschland, seit dem 15. Februar 1985)
‱ Schweden Norrköping (Schweden, seit 1988)
‱ Australien Cairns (Australien, seit 1990)
‱ Vereinigte Staaten Dallas (Vereinigte Staaten, seit 1990)
‱ Danemark Aalborg (DĂ€nemark, seit dem 12. Oktober 1990)
‱ Frankreich Bordeaux (Frankreich, seit dem 2. Juli 1993)
‱ Chile Santiago de Chile (Chile, seit 1997)
‱ China Volksrepublik Suzhou (Volksrepublik China, seit dem 22. September 1997)
‱ Schweden Stockholm (Schweden, seit 1998)
‱ Ukraine Kiew (Ukraine, seit dem 29. Mai 1998)
‱ Kasachstan Almaty (Kasachstan, seit dem 22. Oktober 1998)
‱ Kasachstan Astana (Kasachstan, seit dem 23. Oktober 1998)
‱ Taiwan Taipeh (Republik China (Taiwan), seit dem 6. August 2001)
‱ Polen Warschau (Polen, seit dem 18. Mai 2002)
‱ Italien Florenz (Italien, seit dem 25. MĂ€rz 2004)
‱ China Volksrepublik Peking (Volksrepublik China, seit dem 15. April 2004)
‱ Usbekistan Taschkent (Usbekistan, seit dem 7. Juli 2004)
‱ Estland Tallinn (Estland, seit dem 18. Februar 2005)
‱ Litauen Vilnius (Litauen, seit dem 18. Februar 2005)
‱ Estland Tartu (Estland, seit dem 14. MĂ€rz 2005)
‱ Georgien Tiflis (Georgien, seit dem 3. April 2007)
‱ Armenien Jerewan (Armenien, seit dem 5. Juli 2013)

Stadtbild und Architektur

Die Innenstadt Rigas wurde 1997 zur Liste des UNESCO-Weltkulturerbe hinzugefĂŒgt, wegen des „außergewöhnlichen universellen Wertes“ aufgrund der weltweit einzigartigen QualitĂ€t und QuantitĂ€t der Jugendstilarchitektur bei relativ intakt gebliebenem historischen StadtgefĂŒge und wegen der Holzarchitektur aus dem 19. Jahrhundert.cite-ref-62[62]

Durch die PlĂ€ne fĂŒr die weitere stĂ€dtebauliche Entwicklung am linken DĂŒnaufer, besonders der Insel Ķīpsala, besteht die Gefahr, dass Riga auf die Rote Liste des gefĂ€hrdeten Welterbes gesetzt wird. Konkret sehen die Experten von UNESCO und ICOMOS durch die Errichtung von HochhĂ€usern die visuelle IntegritĂ€t des Stadtbildes gefĂ€hrdet. Die Stadtverwaltung wurde aufgefordert, die PlĂ€ne zu ĂŒberarbeiten. Allgemein wird anerkannt, dass sich Verwaltung, Management und Konservierung der WelterbestĂ€tte verbessern.cite-ref-icomos-mission-63-0[63]

Das stĂ€dtebauliche Muster Rigas umfasst den mittelalterlichen Kern, einen Halbkreis von Boulevards um die Altstadt herum und die Neustadt mit ihren regelmĂ€ĂŸig angelegten StraßenzĂŒgen. Alle Bereiche konnten sich ihre AuthentizitĂ€t und den architektonischen Charakter erhalten.cite-ref-icomos-mission-63-1[63]

Siehe auch

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Liste der höchsten Bauwerke in Riga

Kirchen

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Hauptartikel

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Kirchen in Riga

Altstadt

Die Altstadt (lettisch VecrÄ«ga) ist das historische und geographische Zentrum Rigas am rechten Ufer der DĂŒna gelegen und hat sich ihren Festungscharakter trotz der Schleifung der Befestigungsanlagen und WĂ€lle zwischen 1857 und 1863 bewahren können. Die nach dem Abriss der Rigaer Stadtmauer entstandenen FreiflĂ€chen wurden zu einem Stadtpark mit dem Stadtkanal (Pilsētas kanāls) umgestaltet, der heute die Altstadt von der Neustadt trennt.

Zentrum der Altstadt ist der Marktplatz (heute Rātslaukums), an dem sich das Rathaus Riga (RÄ«gas rātsnams) sowie das SchwarzhĂ€upterhaus (Melngalvju nams) befinden. Letzteres wurde 1999 wiedererrichtet, nachdem es im Krieg zerstört und die Ruine anschließend von den Sowjets gesprengt worden war. Der gotische Ursprungsbau mit der Fassade im Stil der niederlĂ€ndischen Renaissance stammte von 1334 und diente ab 1477 der kaufmĂ€nnischen Vereinigung der SchwarzhĂ€upter als Versammlungsort. Auf dem Platz vor dem GebĂ€ude steht eine Rolandstatue.

Den Grundstein des Doms (RÄ«gas Doms) ließ 1211 Bischof Albert von Buxthoeven legen. Die Seitenschiffe wurden im 14. und 15. Jahrhundert angebaut. Nach mehrfachen Zerstörungen betrĂ€gt die Höhe des Turmes seit 1776 90 Meter, die Höhe des um 1590 erbauten Holzturmes hatte 140 Meter betragen. Die Ende des 19. Jahrhunderts erbaute Orgel zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten und besten Orgeln der Welt. Die TĂŒrme der 1209 erstmals erwĂ€hnten Petrikirche (RÄ«gas Svētā Pētera baznÄ«ca) wurden mehrfach zerstört, zuletzt im Zweiten Weltkrieg. Die 1225 erstmals erwĂ€hnte Jakobskirche (RÄ«gas Svētā Jēkaba katedrāle) mit ihrem 80 Meter hohen Turm ist die katholische Kathedrale Rigas. Sie wurde 1582 vom polnischen König gekauft und den Jesuiten ĂŒbergeben.

Das Rigaer Schloss (RÄ«gas pils) ist der Amtssitz des StaatsprĂ€sidenten. Es wurde ab 1330 als Festung des SchwertbrĂŒderordens errichtet.

In einem 1867 im Stile eines florentinischen Palastes errichteten Bau befindet sich seit der UnabhĂ€ngigkeit die Saeima, das Parlament Lettlands. Mit dem Pulverturm (Pulvertornis) von 1650 existiert noch ein Überrest der ehemaligen Stadtbefestigung. Weitere historische DenkmĂ€ler sind das 1852 geschaffene GebĂ€ude der Rigaer Börse, der Konventhof (Konventa sēta) mit UrsprĂŒngen im 13. Jahrhundert, das zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert errichtete GebĂ€udeensemble der Drei BrĂŒder, das Schwedentor (Zviedru vārti), die GebĂ€ude der Kleinen (Mazā Äąilde) und Großen Gilde (Lielā Äąilde), das Mentzendorffhaus (Mencendorfa nams) von 1695 oder das Dannensternhaus (DannenĆĄterna nams).

Zwischen Alt- und Neustadt befindet sich seit 1935 das von Kārlis Zāle geschaffene Freiheitsdenkmal (Brīvības piemineklis) mit einer weiblichen Allegorie der Freiheit auf dem 19 Meter hohen Obelisk und Flachreliefs an den Seiten, die historische Ereignisse darstellen. Die drei Sterne in HÀnden der Figur stellen die drei Landesteile Lettlands dar, nÀmlich Lettgallen, Livland und Kurland.

Neustadt und VorstÀdte

In der Neustadt befinden sich zahlreiche GebĂ€ude mit Jugendstilfassaden, besonders in der Elisabethstraße (Elizabetes iela) und der Albertstraße (Alberta iela) mit vielen Arbeiten Michail Eisensteins (seit 1997 Welterbe der Unesco). Bedeutende GebĂ€ude im nationalromantischen Stil folgten (Architekt Eizens Laube). Um die Jahrhundertwende wurden im GrĂŒngĂŒrtel um die Altstadt zahlreiche reprĂ€sentative GebĂ€ude errichtet, darunter die Nationaloper, das Nationaltheater (ehemaliges Deutsches Theater, Architekt Reinberg, 1902), das Kunstmuseum (Architekt Neumann, 1903), die neugotische Lettische Kunstakademie (Latvijas Mākslas akadēmija) von 1905 sowie die UniversitĂ€t. Zwischen 1876 und 1884 entstand die Orthodoxe Kathedrale (RÄ«gas Kristus PiedzimĆĄanas pareizticÄ«go katedrāle) im neubyzantinischen Stil.

Im sĂŒdlich gelegenen Lettgallischen Viertel (Latgales apkaime) befinden sich die ehemaligen Zeppelin-Hallen des Zentralmarktes (RÄ«gas Centrāltirgus), die Roten Speicher, der im stalinistischen ZuckerbĂ€ckerstil 1958 erbaute Kultur- und Wissenschaftspalast (ZinātƆu akadēmijas augstceltne), die aus Holz im klassizistischen Stil erbaute protestantische Jesuskirche (Jēzus EvaƆģēliski luteriskā baznÄ«ca) sowie die Ruinen der Synagoge nahe dem ehemaligen Rigaer Ghetto (bedeutendes, modernes Ghetto-Denkmal errichtet).

Die Gartenstadt MeĆŸaparks ist ein Villenvorort, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den WĂ€ldern nördlich der Stadt gebaut wurde.

Auf der DĂŒna-Insel Hasenholm (ZaÄ·usala) steht der Fernsehturm Riga (RÄ«gas radio un televÄ«zijas tornis), der mit 368,5 Meter zu den höchsten Bauwerken Europas zĂ€hlt und in seiner schlanken Konstruktion (mit dem Dreibein-Fundament) gut zum ebenfalls sehr schlanken Turm der Petrikirche passt. Pārdaugava (deutsch ÜberdĂŒna) bezeichnet das Stadtgebiet am linken DĂŒnaufer. Es war ĂŒber lange Zeit geprĂ€gt von ein- bis zweistöckigen HolzhĂ€usern, von denen einige erhalten sind.

Parks

In der Innenstadt befinden sich der Wöhrmannsche Garten (Vērmanes dārzs), die Ă€lteste öffentliche Parkanlage der Stadt, die 1814 unter dem Namen Anna-Wöhrmann-Park angelegt wurde. Vorher hatten sich an dessen Stelle HolzhĂ€user befunden, die vor der befĂŒrchteten Stadtbelagerung durch Napoleon vorsorglich angezĂŒndet worden waren. Entlang des Wassergrabens an der ehemaligen Stadtbefestigung (Pilsētas kanāls) befindet sich ein etwa drei Kilometer langer Park (Kanālmalas apstādÄ«jumi) – der Basteiberg. GegenĂŒber dem Jugendstilviertel befindet sich der Kronwald-Park (Kronvalda parks) – er entstand auf dem ehemaligen GelĂ€nde, das dem Deutschen SchĂŒtzenverein von Zar Alexander II. geschenkt wurde. Die Anlagen der Esplanade (Esplanāde) liegen bei der orthodoxen Kathedrale und umfassen im nördlichen Teil einen Markt.

Mit einer FlĂ€che von 37 Hektar ist der Uzvaras-Park („Siegespark“) der grĂ¶ĂŸte der Stadt. Er beherbergte die 79 Meter hohe sowjetische SiegessĂ€ule von 1985, die offiziell „Denkmal fĂŒr die Befreier von Sowjet-Lettland und Riga von den deutsch-faschistischen Invasoren“ hieß.cite-ref-reinhard-veser-64-0[64] Dabei war und ist die Verbindung der Wörter „Befreier“ und „Sowjetlettland“ fĂŒr Letten, die die sowjetische Okkupation Lettlands (bis 1990) erlebten, schwer zu ertragen.cite-ref-reinhard-veser-64-1[64] Am 9. Mai, der in Russland als Tag des Sieges in Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion ĂŒber das nationalsozialistische Deutschland 1945 begangen wird und der in Lettland kein Feiertag ist, legen zahlreiche russischsprachige Rigenser an der SiegessĂ€ule Blumen nieder. Unter denen, die am 9. Mai 2022 zum Denkmal kamen, waren auch solche, die ihre UnterstĂŒtzung des russischen Überfalls auf die Ukraine zum Ausdruck brachten.cite-ref-reinhard-veser-64-2[64] Daraufhin beschloss die Saeima im Juni 2022, das Denkmal als Symbol der sowjetischen Besetzung Lettlands bis zum 15. November 2022 entfernen zu lassen. Dies geschah am 25. August 2022.

Der Rigaer Zoo (RÄ«gas ZooloÄŁiskais dārzs) umfasst ĂŒber 3000 Tiere. In MeĆŸaparks befinden sich mehrere Waldfriedhöfe, darunter der BrĂŒderfriedhof, ein Soldatenfriedhof, der den Charakter eines Parks hat.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Region Riga ist die wirtschaftlich stÀrkste Region und das Zentrum industrieller Produktion des Landes. 60 % der lettischen Unternehmen operieren in Riga, mehr als 50 % der Arbeitnehmer sind in der Region aktiv. Vor allem die Lebensmittelindustrie, aber auch Holz- und Textilindustrie, chemische und pharmazeutische Industrie sind bedeutend. Riga zieht zunehmend auslÀndische Investitionen an und entwickelt sich zu einem bedeutenden Standort von Gewerbeausstellungen im baltischen Raum.cite-ref-65[65]

Fast alle der umsatzstĂ€rksten Unternehmen Lettlands haben ihren Sitz in Riga, darunter der auf IT-Produkte spezialisierte GroßhĂ€ndler ELKO Grupa, die Handelskette Rimi Latvia, der staatliche Stromversorger Latvenergo, der Erdgasmonopolist Latvijas Gāze, die Eisenbahngesellschaft Latvijas dzelzceÄŒĆĄ, das staatliche Postunternehmen Latvijas Pasts und Latvia Statoil, der Ableger der norwegischen Erdölgesellschaft sowie Mazeiku Nafta tirdzniecibas nams, der Mobilfunkanbieter Latvijas Mobilais Telefons (LMT) und die Fluggesellschaft air Baltic. Die Börse Riga (NASDAQ OMX Riga) ist die einzige Wertpapierbörse des Landes. Bekannt ist und viel genutzt wird der Zentralmarkt Riga. Außerdem findet in der Stadt ein Nachtmarkt statt.

Der Tourismus ist ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor fĂŒr die Stadt, 90 % der Touristen des Landes wĂ€hlen Riga als Reiseziel.

In der Zeit der Sowjetherrschaft (bis 1990) fertigte die Fabrik Sarkanā zvaigzne (lett.: Roter Stern) in Massenproduktion monumentale, vergleichsweise erschwingliche Lenin-DenkmÀler aus Beton,cite-ref-66[66] mit denen die lettischen StÀdte ausgestattet wurden (bis 1953 auch Stalin-DenkmÀler).

Verkehr

Riga besitzt eine wichtige Funktion als internationaler Verkehrsknotenpunkt im Ostseeraum (Verkehrsströme zwischen Skandinavien und Osteuropa, von Mitteleuropa nach Finnland ĂŒber die Europastraße 67 („Via Baltica“) sowie innerhalb des Baltikums). So befindet sich hier der mit Abstand wichtigste Bahnhof des Landes, der Hauptbahnhof Riga (RÄ«gas dzelzceÄŒa stacija), mit Verbindungen nach Moskau und St. Petersburg in Russland, Minsk in Belarus sowie Kaunas und Vilnius in Litauen. Daneben befindet sich ein Busbahnhof (RÄ«gas Starptautiskā autoosta) mit Fernbusverbindungen in alle NachbarlĂ€nder und viele LĂ€nder der EuropĂ€ischen Union.

Der Flughafen Riga (Starptautiskā lidosta „RÄ«ga“) ist der grĂ¶ĂŸte des Baltikums und bietet FlĂŒge zu rd. 80 Zielen. 2018/2019 nutzten jeweils mehr als sieben Millionen FluggĂ€sten den Flughafen, nach dem Einbruch durch die COVID-19-Pandemie nutzten 2023 6,6 Millionen Passagiere ihn.cite-ref-67[67]

Der Rigaer Hafen ist der wichtigste des Landes. Im Jahre 2016 wurden in Riga 59 % der lettischen Importe und Exporte ĂŒber See umgeschlagen.cite-ref-68[68]

Ein FĂ€hrterminal (RÄ«gas PasaĆŸieru termināls) bietet Verbindungen vor allem nach Skandinavien, aber auch nach Norddeutschland.cite-ref-69[69]

Lettlands Staatsstraßen sind sternförmig auf Riga ausgerichtet. SĂŒdlich der Innenstadt wurde eine neue DĂŒnabrĂŒcke (Dienvidu tilts) fĂŒr eine Umgehungsstraße erbaut und 2008 eröffnet.cite-ref-70[70] Die Zubringerstraßen wurden zwischen 2013 und 2016 fĂŒr den Verkehr freigegeben. Als Nordumfahrung (ZiemeÄŒu koridors) ist eine 27 bis 30 Kilometer lange Autobahn geplant, die in vier Abschnitten nach und nach gebaut werden soll.cite-ref-71[71] Es handelt sich dabei um das grĂ¶ĂŸte Infrastrukturvorhaben in Riga der letzten Jahrzehnte.cite-ref-72[72]

Das stĂ€dtische Nahverkehrsunternehmen RÄ«gas Satiksme verfĂŒgt ĂŒber ein sehr gut ausgebautes Straßenbahnnetz (252 Wagen, acht Linien). ErgĂ€nzt wird das Schienennetz durch den Oberleitungsbus Riga (etwa 330 Wagen, 20 Linien) sowie diverse Omnibuslinien (etwa 460 Wagen, 53 Linien). An einigen lettischen Feiertagen (1. Januar, 4. Mai, 23. und 24. Juni, 18. November, 31. Dezember) ist der ÖPNV Rigas kostenfrei.cite-ref-73[73]

Die lettische Eisenbahngesellschaft PasaĆŸieru Vilciens betreibt vom Bahnhof RÄ«ga PasaĆŸieru aus den Schienenpersonenverkehr in Lettland, mit einem Anschluss an die Estnische Eisenbahn im Bahnhof Valga. Ein Anschluss sowohl des Rigaer Hauptbahnhofs als auch des Flughafens an das Netz von Rail Baltica ist im Bau, die zwischenzeitlich angestrebte Fertigstellung fĂŒr 2030 wird nicht zu halten sein.cite-ref-74[74]

Riga ist an einige Fernradwege, auch internationale, angeschlossen, insbesondere an den OstseekĂŒsten-Radweg, welcher einmal die Ostsee umrundet, und an den Iron Curtain Trail, welcher als lĂ€ngster offizieller Radweg Europas entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von Norwegen bis zum Schwarzen Meer verlĂ€uft.cite-ref-75[75]

Der breite Strom konnte lange nur durch eine SchwimmbrĂŒcke ĂŒberbrĂŒckt werden. Die EisenbahnbrĂŒcke war die erste feste BrĂŒcke in Riga und Umgebung. Die erste feste StraßenbrĂŒcke war die 1957 eröffnete Akmens Tilts in die Altstadt.

FĂŒr die Straßen Rigas bestehen hĂ€ufig, aufgrund der langen Tradition der Mehrsprachigkeit der Stadt, auch deutschsprachige Straßennamen.

Medien

Riga ist Zentrum der wichtigsten Medien des Landes. Die öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radioanstalten Latvijas TelevÄ«zija (LTV) und Latvijas Radio mit ihren zahlreichen Programmen haben ebenso ihren Sitz in Riga wie der private Fernsehsender TV3 Latvia und der russischsprachige Sender PBK Latvia. Mit TV5 RÄ«ga besteht ein nur der Stadt gewidmeter Kanal. Nach der UnabhĂ€ngigkeit entstanden private Rundfunkstationen wie Radio Skonto, European Hit Radio oder Radio SWH. TĂ€glich erscheinende Zeitungen sind Diena und Latvijas AvÄ«ze. The Baltic Times ist eine englischsprachige Wochenzeitung fĂŒr die drei baltischen Staaten mit Sitz in Riga. Mit RÄ«gas ApriƆķa AvÄ«ze besteht eine regelmĂ€ĂŸig erscheinende Regionalzeitung fĂŒr Riga und das Umland. Seitdem oppositionelle Medien in Russland unter Putin zunehmend Repressionen ausgesetzt sind, haben sich mehrere russischsprachige Exilmedien in Riga angesiedelt, darunter Meduza und Nowaja Gaseta. Europa.

Bildung

In Riga hat die Lettische Akademie der Wissenschaften (Latvijas ZinātƆu akadēmija) ihren Sitz. Sie verfĂŒgt ĂŒber ein Kernforschungszentrum in Salaspils sĂŒdöstlich von Riga.

Mit der UnabhĂ€ngigkeit 1919 wurde die UniversitĂ€t Lettlands (Latvijas Universitāte) gegrĂŒndet, die auf das 1862 gegrĂŒndete Rigaische Polytechnikum zurĂŒckgeht. Sie ist mit etwa 23.800 Studenten in 13 FakultĂ€ten die grĂ¶ĂŸte UniversitĂ€t des Landes. Die 1958 gegrĂŒndete Technische UniversitĂ€t Riga (RÄ«gas Tehniskā universitāte) mit 16.900 Studenten ist ebenfalls auf das Polytechnikum zurĂŒckzufĂŒhren. Seit 2002 gibt es außerdem die Stradina-UniversitĂ€t Riga (RÄ«gas StradiƆa universitāte). Sie firmierte seit 1990 als Lettische Medizinische Akademie (Latvijas MedicÄ«nas akadēmiju) und grĂŒndet auf der medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Lettlands von 1919.

Weitere Hochschulen in Riga sind:

‱ die Riga Graduate School of Law als unabhĂ€ngige Institution innerhalb der UniversitĂ€t Lettlands (1998 gegrĂŒndet),
‱ die Handelshochschule Stockholm in Riga, eine Tochter der Handelshochschule in Stockholm,
‱ die nach Jāzeps VÄ«tols benannte Musikakademie Jāzepa VÄ«tola Latvijas MĆ«zikas akadēmijā (JVLMA)

Dazu kommen zahlreiche weitere Fachhochschulen.

Seit 1999 besteht in Riga ein Goethe-Institut.cite-ref-76[76]

Siehe auch

:

PrÀsidenkonvent

und

Litauische Sekundarschule Riga

Kultur

2014 war Riga Kulturhauptstadt Europas.cite-ref-77[77] Infrastrukturelle Projekte in diesem Zusammenhang sind der Bau der von Gunnar Birkerts entworfenen Lettischen Nationalbibliothek (Latvijas Nacionālās bibliotēkas) am DĂŒnaufer gegenĂŒber der Altstadt, einer Konzerthalle (Koncert zale) als HeimstĂ€tte unter anderem des Lettischen Nationalen Sinfonieorchesters und die Errichtung des Museums fĂŒr Zeitgenössische Kunst (LaikmetÄ«gās mākslas muzejs) in einem ehemaligen KraftwerksgebĂ€ude in Andrejsala.cite-ref-78[78] Trotz einer BudgetkĂŒrzung um 30 % infolge der lettischen Wirtschaftskrise 2009 war der BĂŒrgermeister optimistisch, dass Riga 2014 ein erfolgreiches Programm wĂŒrde bieten können.cite-ref-79[79]

Theater

Die Lettische Nationaloper (Latvijas Nacionālā opera) befindet sich seit der ersten AuffĂŒhrung im Januar 1919 im neoklassizistischen GebĂ€ude (1860–1863), das als Deutsches Theater konzipiert war. Das Repertoire umfasst Opernklassiker, bekannt ist auch die seit 1922 existierende Ballettkompanie. Eines der grĂ¶ĂŸten Theater des Landes ist das Lettische Nationaltheater, das 1919 gegrĂŒndet wurde. Von 1837 bis 1839 war Karl von Holtei erfolgreicher Direktor eines damals deutschsprachigen Theaterscite-ref-rudolph-1890-80-0[80] in Riga, fĂŒr das er Richard Wagner als Kapellmeister engagiert hatte.cite-ref-81[81] Das Rigaer Russische Theater (Mihaila Čehova RÄ«gas Krievu teātris) ist das Ă€lteste professionelle Dramatheater des Landes; 1883 war die erste Spielzeit des Theaters, dessen Repertoire russische und auslĂ€ndische StĂŒcke umfasst. Das 1920 eröffnete Daile-Theater (Dailes teātris) prĂ€sentiert regelmĂ€ĂŸig moderne auslĂ€ndische StĂŒcke. Mit seinen AuffĂŒhrungen richtet sich das 1944 gegrĂŒndete Lettische Staatspuppentheater (Latvijas Valsts LeČČu teātris) vor allem an Kinder. Nach der UnabhĂ€ngigkeit entstand 1992 in der Nachfolge des Staatstheaters fĂŒr junge Zuschauer der Lettischen Sozialistischen Sowjetrepublik das Neue Rigaer Theater (Jaunais RÄ«gas teātris).

Museen

‱ Museen zur Geschichte und Kulturgeschichte:

‱ Das Lettische Okkupationsmuseum (Latvijas Okupācijas muzejs) befindet sich in einem Bau aus den 1970er Jahren und widmet sich der Zeit, als Lettland unter deutscher und sowjetischer Besatzung stand (1940–1991).
‱ Das Museum der Geschichte Rigas und der Schifffahrt (RÄ«gas vēstures un kuÄŁniecÄ«bas muzejs) ist eines der Ă€ltesten Museen Europas. Diesem angegliedert ist das Mentzendorffhaus (Mencendorfa nams), das als historisches Wohn- und GeschĂ€ftshaus besichtigt werden kann.
‱ Das Museum Juden in Lettland (Muzejs Ebreji Latvijā) zeigt die Geschichte der Juden Rigas und Lettlands vom 18. Jahrhundert bis 1941.
‱ Das Lettische Geschichtsmuseum (Latvijas Vēstures muzejs) widmet sich der Landesgeschichte von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Bis zum Brand des Rigaer Schloss am 20. Juni 2013 war es dort untergebracht.cite-ref-82[82] Im Sommer 2024 hat das Museum teilweise den sanierten SĂŒdflĂŒgel des Schlosses bezogen.cite-ref-83[83] Seither wird die neue Dauerausstellung erarbeitet, sie soll 2026 eröffnet werden.
‱ Im Jahre 2014 wurde das Eck-Haus (Stura maja), die einstige Zentrale des sowjetischen Geheimdienstes KGB im besetzten Lettland, als Museum und GedenkstĂ€tte eröffnet.cite-ref-84[84]cite-ref-85[85] Dazu gehört die Ausstellung „Die Koffer der Letten“ als ein Querschnitt all dessen, was ins Exil geflĂŒchtete Letten aus der Heimat mitnahmen.cite-ref-86[86]
‱ Im Pulverturm befindet sich das Lettische Kriegsmuseum (Latvijas Kara muzejs) fĂŒr MilitĂ€r- und Kriegsgeschichte.
‱ Pauls StradiƆơ Museum fĂŒr Medizingeschichte (etwa 200.000 Exponate)cite-ref-87[87]cite-ref-88[88]
‱ Das Lettische Freilichtmuseum am Jugla-See beherbergt 118 GebĂ€ude der Volksarchitektur und zeigt die traditionell-lĂ€ndliche Lebensweise.

‱ Kunstmuseen:

‱ Im Kunstmuseum Rigaer Börse (bis 2010: Museum fĂŒr AuslĂ€ndische KunstĀrzemju mākslas muzejs) befindet sich die grĂ¶ĂŸte Sammlung europĂ€ischer Kunst vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart in Lettland.
‱ Das Lettische Nationale Kunstmuseum (Latvijas Nacionālais mākslas muzejs) ist lettischer Kunst gewidmet.
‱ Das Museum fĂŒr dekorative Kunst und Design besteht seit 1989 und zeigt Werke von KĂŒnstlern aus der Zeit seit dem Ende des 19. Jahrhunderts.
‱ Das Porzellan-Museum Riga (RÄ«gas Porcelāna muzejs) im Ensemble des Konventhofes, neben der Johanniskirche, zeigt das Handwerk der Porzellanherstellung und Porzellankunst von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart.cite-ref-89[89]
‱ Im 1782 errichteten Richard-Wagner-Haus wirkte Wagner 1837–1839 als Kapellmeister.

‱ Weitere Museen:

‱ Aus der Sammlung des 1845 gegrĂŒndeten Naturforschenden Vereins zu Riga ging das Lettische Naturkundemuseum (Latvijas Dabas muzejs) hervor.cite-ref-90[90]
‱ Das Rigaer Motormuseum (RÄ«gas Motormuzejs) zeigt historische Fahrzeuge, unter anderem der lettischen Autoindustrie seit 1908.
‱ Auf dem anderen Ufer der DĂŒna befindet sich das Eisenbahnmuseum mit großer Freilichtanlage fĂŒr historische Lokomotiven und Wagen.

Musik

Im 17. Jahrhundert begann die BlĂŒte europĂ€ischer Musik in Riga, das sich zum seinerzeit bedeutendsten Musikzentrum des Baltikums entwickelte. Es kam zur GrĂŒndung der Rigaer Musikgesellschaft (1760) und von privaten Orchestern wie dem von Baron Otto Hermann von Vietinghoff, aus dem sich spĂ€ter das Orchester der 1782 gegrĂŒndeten Oper bildete. In Riga tĂ€tig waren unter anderem Johann Valentin Meder, Johann Gottfried MĂŒthel und Georg Michael Telemann.cite-ref-91[91] Im 19. Jahrhundert existierten mit der deutschen Kunstmusik und dem von den weitgehend rechtlosen Letten weiterentwickelten folkloristischen Liedgut zwei parallele musikalische Traditionen. Von 1837 bis 1839 arbeitete Richard Wagner als Kapellmeister an der Oper, die zu dieser Zeit internationales Niveau erreichte.cite-ref-92[92] Leo Blech dirigierte von 1938 bis 1941 als Erster Gastdirigent der Nationaloper zahlreiche Opernvorstellungen.cite-ref-93[93]

Von 1911 bis 1914 war Franz von Hoeßlin Dirigent des Rigaischen Symphonieorchesters.cite-ref-94[94] Die staatliche Lettische Musikakademie Jāzeps VÄ«tols wurde 1919 als Konservatorium gegrĂŒndet und hat etwa 500 Studenten. Klassische Konzerte finden heute unter anderem im SchwarzhĂ€upterhaus und in der Großen Gilde statt.

1993 fand in Riga das erste Nationale SĂ€ngerfest im unabhĂ€ngigen Lettland statt; die Tradition der baltischen SĂ€ngerfeste ist sehr alt, in Lettland fand das erste bereits 1873 statt. 2003 wurden die SĂ€ngerfeste aller drei baltischen Staaten der UNESCO-Liste der „Meisterwerke des mĂŒndlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ hinzugefĂŒgt. Das XXIV. Nationale SĂ€ngerfest fand 2008 in Riga statt. Ein besonderer Höhepunkt sind die „Kriege der Lieder“, in denen die besten Chöre des Landes gegeneinander antreten.cite-ref-95[95]

2003 fand in Riga der Eurovision Song Contest statt.

Sport

FĂŒr die Eishockey-Weltmeisterschaft 2006 wurde die 14.500 Zuschauer fassende Arēna RÄ«ga erbaut, die fĂŒr Eishockey, Basketball und Konzerte benutzt wird. Sie diente als Heimspielort des bis 2022 in der russischen KHL spielenden Vereins Dinamo Riga. Erfolgreichster Fußballverein des Landes mit 14 Meistertiteln ist Skonto Riga mit dem im Jahr 2000 eröffneten und 10.000 Zuschauer fassenden Skonto-Stadion (Skonto stadions). Weitere Erstligavereine sind JFK Olimps Riga (Spielort Daugava-Stadion/Daugavas stadions) und FK JaunÄ«ba Riga. Mit 18 Titelgewinnen in der FIBA EuroLeague Women ist TTT RÄ«ga einer der erfolgreichsten Vereine im europĂ€ischen Frauenbasketball. Erfolgreicher Herrenbasketballverein sind die BK Barons/LMT (Lettischer Meister 2008) und VEF Riga. Die Skonto Arena (6500 Zuschauer) wurde 1999 eröffnet und wird von der Basketballmannschaft von Skonto Riga benutzt. Bis 2009 bestand der auch international erfolgreiche Eishockeyverein HK Riga 2000, der in der inbox.lv ledus halle spielte.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Seit 1991 findet jÀhrlich der Riga-Marathon (Rīgas maratons) statt. 1998 wurde zum ersten Mal das jÀhrlich im Sommer stattfindende Rigaer Opernfestival (Rīgas Operas festivāls) organisiert.

‱ Ballettfestival
‱ Theaterfestival Baltischer FrĂŒhling
‱ Internationale Triennale fĂŒr Textil- und Faserkunst

Kulinarische SpezialitÀten

Eine Rigaer SpezialitĂ€t ist der bittere, schwarze Schnaps RÄ«gas Melnais balzams, der als lettisches NationalgetrĂ€nk gilt. Daneben ist Riga bekannt fĂŒr Schokolade und Pralinen.

Söhne und Töchter der Stadt

→

Hauptartikel

:

Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Riga

Personen, die in Riga wirkten

‱ Walerian Abakowski (1895–1921), Erfinder
‱ Bernhard Bielenstein (1877–1959), Architekt des Jugendstils
‱ Rupert Bindenschu (1645–1698), Architekt und Stadtbaumeister in Riga
‱ Heinrich Julius BöthfĂŒhr (1811–1888), BĂŒrgermeister
‱ Georg Ludwig Collins (1763–1814), evangelischer Geistlicher
‱ Carl Diercke (1842–1913), Kartograf, war von 1865 bis 1869 Lehrer in Riga
‱ Michail Eisenstein (1867–1920), Bauingenieur und Architekt des Jugendstils
‱ Heinz Erhardt (1909–1979), deutscher Komiker, Musiker, Komponist, Schauspieler und Dichter
‱ Alexander Faltin (1819–1899), deutscher Rigaer Ratsherr, GrĂŒnder der Baltischen Monatsschrift, Initiator der Riga-DĂŒnaburgischen Eisenbahn
‱ Paul Albert Glaeser-Wilken (1874–1942), Spielleiter und Schauspieler, wirkte von 1912 bis 1914 am Stadttheater Riga
‱ Karl Ludwig Grave (1784–1840), Geistlicher und PĂ€dagoge
‱ Teodors GrÄ«nbergs (1870–1962), Theologe
‱ Oskar Grosberg (1862–1941), deutsch-baltischer Journalist und Schriftsteller, von 1916 bis 1939 Redakteur der Rigaschen Rundschau
‱ Karl August von Hardenberg (1750–1822), preußischer Staatsmann, verfasste im Exil in Riga 1807 die fĂŒr die Reform des preußischen Staates wegweisende Rigaer Denkschrift
‱ Johann Gottfried Herder (1744–1803), deutscher Dichter, war von 1764 bis 1769 Collaborator und Pfarradjunkt in Riga
‱ Karl von Holtei (1798–1880), deutscher Schriftsteller, Schauspieler und Theaterregisseur, von 1837 bis 1841 Direktor des Theaters in Riga
‱ Friedrich Jeckeln (1895–1946), deutscher General der Waffen-SS, seit 1941 HSSPF Rußland-Nord, Sitz in Riga, Kriegsverbrecher
‱ Carl Gustav Jochmann (1789–1830), deutscher Publizist
‱ Conradin Kreutzer (1780–1849), deutscher Komponist, 1849 in Riga verstorben
‱ Alexander Leitner (1864–1923), deutschbaltischer Ingenieur und Unternehmer
‱ Ludwig August Mellin (1754–1835), deutschbaltischer Politiker, Kartograph, Direktor des LivlĂ€ndischen Oberkonsistoriums
‱ Johann Gottfried MĂŒthel (1728–1788), deutscher Cembalist, Organist und Komponist, seit 1753 in Riga tĂ€tig, seit 1767 als Hauptorganist an der dortigen Kathedrale St. Petri, 1788 in Riga verstorben
‱ KristÄ«ne Opolais (* 1979), von 2001 bis 2007 Sopranistin an der Lettischen Nationaloper
‱ Bernhard Press (1917–2001), in Riga geborener, ausgebildeter und wirkender Pathologe, Hochschullehrer, HolocaustĂŒberlebender, Opfer des Stalinismus
‱ Louise Radecke (1846–1916), OpernsĂ€ngerin
‱ Thomas von Ramm († 1631), BĂŒrgermeister von Riga
‱ Leonard Rastrigin (1929–1998), Kybernetiker, Informatiker und Hochschullehrer
‱ Jacob Rodde (1723–1789), SekretĂ€r des Rates und Übersetzer, Autor der ersten Russischen Sprachlehre an einer deutschen Schule
‱ Johann Schöning, BĂŒrgermeister und Erzvogt (zweite HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts)
‱ Johann Christoph Schwartz (1722–1804), BĂŒrgermeister von Riga (1782–1787)
‱ Martin Sihle (1863–1945), Direktor der I. medizinischen UniversitĂ€tsklinik in Riga
‱ Karl Gottlob Sonntag (1765–1827), deutscher Geistlicher, Oberpastor in Riga und Generalsuperintendent von Livland
‱ Pēteris Vasks (* 1946), lettischer Komponist, lebt in Riga
‱ August Volz (1851–1926), deutscher Bildhauer, Steinmetz, ab 1875, selbstĂ€ndig ab 1876 in Riga
‱ Richard Wagner (1813–1883), deutscher Komponist, von 1837 bis 1839 in Riga
‱ Jakob Friedrich Wilpert (1741–1812), Kaufmann, BĂŒrgermeister von Riga

Literatur

‱ RĂŒkerinnerungen von einer Reise durch einen Theil von Teutschland, Preußen, Kurland und Liefland, wĂ€hrend des Aufenthalts der Franzosen in Mainz und der Unruhen in Polen. Nicolovius, Strasburg/Königsberg 1795 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3Druekerinnerunge01liebgoog~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D bei archive.org; Datenblatt des Digitalisats der UB Tartu fĂŒr PDF; 89,4 MB [!]).
‱ Karl Eduard von Napiersky: Riga’s Ă€ltere Geschichte in Uebersicht, Urkunden und alten Aufzeichnungen (= Monumenta Livoniae antiquae. Sammlung von Chroniken, Berichten, Urkunden und andern schriftlichen Denkmalen und AĂŒfsĂ€tzen, welche zur ErlĂ€uterung der Geschichte Liv-, Ehst- und Kurlands dienen, Band 4). Eduard Frantzen, Riga/Leipzig 1844 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek).
‱ Andris Kolbergs: PortrĂ€t einer Stadt. Geschichte Rigas – Altstadt. Aus dem Lettischen ĂŒbersetzt von Anita Muitniece. JāƆa Sēta, Riga 1998, ISBN 9984-07-113-8.
‱ Arnolds BrĆ«ders: Riga. Eine Stadt zum Entdecken. Geschichte, Architektur, Museen. Aus dem Lettischen ĂŒbersetzt von Matthias Knoll. Madris, Riga, 2., aktualisierte Auflage. 2001, ISBN 9984-592-25-1.
‱ Andreas FĂŒlberth: Riga. Kleine Geschichte der Stadt. Böhlau, Köln 2014, ISBN 978-3-412-22165-2.
‱ Michael Garleff: Riga/RÄ«ga. In: Online-Lexikon zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa. Oldenburg 2012.
‱ Ojārs SpārÄ«tis und andere: Art. RÄ«ga. In: AstrÄ«da Iltnere, Uldis Placēns (Red.): Latvijas pilsētas. Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 1999, ISBN 9984-00-357-4, S. 378–407.

Bibliografien

‱ Bibliographie ĂŒber die Stadt Riga im Bibliotheks- und Bibliographieportal / Herder-Institut (Marburg)

Monografien

‱ Andrej Angrick, Peter Klein: Die „Endlösung“ in Riga. Ausbeutung und Vernichtung 1941–1943 (= Veröffentlichungen der Forschungsstelle Ludwigsburg der UniversitĂ€t Stuttgart. Band 6). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-19149-8 (Gesamtdarstellung).
‱ Friedrich Benninghoven: Rigas Entstehung und der frĂŒhhansische Kaufmann (= Nord- und osteuropĂ€ische Geschichtsstudien. Band 3). Velmede, Hamburg 1961, DNB 450356868.
‱ SkaidrÄ«te Cielava, Zenta Ērgle: Was Altrigas Straßen und HĂ€user erzĂ€hlen. Dt. Fassung von J. BernĆĄteins. Verlag Liesma, Riga 1977, DNB 790447169 (lettisch: Par ko stāsta vecās RÄ«gas ielas un nami).
‱ Andreas FĂŒlberth: Tallinn – Riga – Kaunas. Ihr Ausbau zu modernen HauptstĂ€dten 1920–1940 (= Das Baltikum in Geschichte und Gegenwart. Band 2). Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2005, ISBN 3-412-12004-9 (Zugl.: MĂŒnster [Westfalen], Univ., Diss., 2001).
‱ Ulrike von Hirschhausen: Die Grenzen der Gemeinsamkeit. Deutsche, Letten, Russen und Juden in Riga 1860–1914 (= Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft. Band 172). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, ISBN 3-525-35153-4 (Zugl.: Göttingen, Univ., Habil.-Schr., 2005).
‱ Bernhard von Hollander: Riga im 19. Jahrhundert. Ein RĂŒckblick. Riga 1926.
‱ Wilhelm Lenz: Riga zwischen dem Römischen Reich und Polen-Litauen in den Jahren 1558–1582 (= Wissenschaftliche BeitrĂ€ge zur Geschichte und Landeskunde Ost-Mitteleuropas. Band 82). Verlag des Herder-Instituts, Marburg 1968.
‱ Ilgvars Misāns, Horst Wernicke (Hrsg.): Riga und der Ostseeraum. Von der GrĂŒndung 1201 bis in die FrĂŒhe Neuzeit (= Tagungen zur Ostmitteleuropa-Forschung. Band 22). Herder-Institut, Marburg 2005, ISBN 3-87969-319-6 (BeitrĂ€ge teilweise deutsch, teilweise englisch).
‱ Wilhelm Neumann: Das mittelalterliche Riga – Ein Beitrag zur Geschichte der norddeutschen Baukunst. Mit einem Titelbilde, 26 Tafeln und zahlreichen in den Text gedruckten Abbildungen. Julius Springer, Berlin 1892 (Scan in der Google-Buchsuche).
‱ Erwin OberlĂ€nder, Kristine Wohlfart (Hrsg.): Riga. Portrait einer Vielvölkerstadt am Rande des Zarenreiches 1857–1914. Schöningh Verlag, Paderborn u. a. 2004, ISBN 3-506-71738-3.

Dokumentarfilme

‱ Bilder einer Landschaft: Riga – Rose im Baltikum. Dokumentation, etwa 45 Minuten, Produktion: BR, 2003.
‱ SchĂ€tze der Welt – Erbe der Menschheit. Folge 149: Riga – Hanse, Bernstein, Jugendstil (Lettland). Dokumentation, etwa 15 Minuten, Produktion: SWR, 2004 (Serienindex-PDF; 560 kB [Memento vom 20. Januar 2022 im Internet Archive; PDF; 560 kB], S. 4, abgerufen am 24. November 2016).

Weblinks

‱ Website der Stadt Riga. In: riga.lv. Abgerufen am 30. Januar 2019 (lettisch, englisch).
‱ Georg Braun: Abbildung der Stadt 1550 in Civitates orbis terrarum. (Memento vom 11. Juli 2009 im Internet Archive) In: historic-cities.huji.ac.il
‱ Edda DammmĂŒller: 06.02.1201 – GrĂŒndung der Stadt Riga. In: ZeitZeichen. WDR, 6. Februar 2016 (Podcast).
‱ Christina von Buxhoeveden-Reuter, Volker von Buxhoeveden: Bischof Albert von Buxhoeveden grĂŒndet die Stadt Riga auf der Website der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, 2001

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Statistisches Amt der Republik Lettland: Population at the beginning of year and population change and key vital statistics in regions, cities, towns and municipalities, abgerufen am 14. August 2025.
cite-note-reformation-22. ↑ StadtportrĂ€t des Projektes „ReformationsstĂ€dte Europas“: Reformationsstadt Riga. Lettland. Die neue Lehre kam ĂŒber die Ostsee. In: reformation-cities.org/cities. Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, abgerufen am 8. Oktober 2017. Zur Bedeutung Rigas in der Reformationsgeschichte siehe den Abschnitt Reformation, polnisch-litauische Herrschaft und Riga als zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Schwedens sowie das StadtportrĂ€t des Projekts „EuropĂ€ischer Stationenweg“: Riga (Memento vom 29. Juni 2019 im Internet Archive). In: r2017.org/europaeischer-stationenweg, abgerufen am 23. November 2016.
cite-note-einwohnerstatistik-33. ↑ Daten zur Bevölkerungsentwicklung: Latvijas iedzivotaju skaits paĆĄvaldibas. (Memento vom 11. August 2011 im Internet Archive) (PDF; 59 kB) In: gov.lv. PilsonÄ«bas un migrācijas lietu pārvalde, abgerufen am 24. November 2016.
cite-note-ie2-44. ↑ RÄ«gas paĆĄvaldÄ«bas portāls. (Memento vom 28. Februar 2009 im Internet Archive) In riga.lv. 2003, abgerufen am 24. November 2016.
cite-note-55. ↑ Ojārs Spārītis und andere: Art. Rīga. In: Astrīda Iltnere, Uldis Placēns (Red.): Latvijas pilsētas. Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 1999, S. 378–407, hier S. 382.
cite-note-66. ↑ Richard Hausmann: Die Recesse und anderen Acten der Hansetage von 1256 bis 1430. In: Baltische Monatsschrift. Band 20, Heft Januar–Februar 1871, S. 86–99, hier S. 94.
cite-note-77. ↑ Wilhelm Ebel: LĂŒbisches Recht im Ostseeraum (= Veröffentlichungen der Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Geisteswissenschaften. Heft 143). Westdeutscher Verlag, Köln/Opladen 1967, DNB 456502114, S. 17.
cite-note-88. ↑ Ojārs Spārītis und andere: Art. Rīga. In: Astrīda Iltnere, Uldis Placēns (Red.): Latvijas pilsētas. Enciklopēdija. Preses Nams, Riga 1999, S. 378–407, hier S. 383.
cite-note-99. ↑ Joachim KĂŒhles: Das Eindringen der Reformation im Ostbaltikum am Beispiel Rigas und die Entstehung der Evangelischen Kirche. In: Heinrich Wittram (Hrsg.): Kirchliches Leben und Theologie in den baltischen Gebieten vom 16. bis 20. Jahrhundert (= Baltische Seminare. Band 19). Carl-Schirren-Gesellschaft, LĂŒneburg 2011, ISBN 978-3-923149-63-6, S. 11–69.
cite-note-1010. ↑ Erwin Iserloh: Geschichte und Theologie der Reformation im Grundriß. Verlag Bonifacius-Druckerei, Paderborn 1980, ISBN 3-87088-261-1, S. 177.
cite-note-1111. ↑ Anna Ziemlewska: Riga und das Römische Reich nach Auflösung der livlĂ€ndischen Konföderation. In: Thomas Lau, Helge Wittmann (Hrsg.): Kaiser, Reich und Reichsstadt in der Interaktion. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2016, ISBN 978-3-7319-0262-1, S. 147–156.
cite-note-1212. ↑ Heinz von zur MĂŒhlen: Das Ostbaltikum unter Herrschaft und Einfluß der NachbarmĂ€chte (1561–1710/1795). In: Gert von Pistohlkors (Hrsg.): Deutsche Geschichte im Osten Europas. Baltische LĂ€nder. Siedler, Berlin 1994, ISBN 3-88680-214-0, S. 173–264, hier S. 182.
cite-note-1313. ↑ Arveds Schwabe: Histoire du peuple letton. Bureau d’Information de la LĂ©gation de Lettonie Ă  Londres, Stockholm 1953, OCLC 468903596, S. 120.
cite-note-1414. ↑ Henads Sahanowitsch: Der Eintritt des GroßfĂŒrstentums Litauen in die polnisch-litauische Adelsrepublik: Weißrußland im 16. und 17. Jahrhundert. In: Dietrich Beyrau, Rainer Lindner (Hrsg.): Handbuch der Geschichte Weißrußlands. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-36255-2, S. 93–118, hier S. 102.
cite-note-1515. ↑ Edgars Dunsdorfs: Latvijas Vēstures atlants. 3. Auflage. KārÄŒa ZariƆa fonds, Melbourne 1998, ISBN 0-947177-10-8, S. 103.
cite-note-1616. ↑ Chorographische Delineation der GlĂŒkligen Descente ĂŒber die DĂŒna, sambt der darauff erhaltenen Victorieusen Bataille Seiner Königlichen Mayestet von Sueden Carl XII. In: Gallica. Abgerufen am 19. Februar 2025 (zeitgenössische Darstellung des Übergangs der schwedischen Truppen ĂŒber die DĂŒna mit einer genauen Karte des Umlandes von Riga).
cite-note-meyers1905-1717. ↑ Riga. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 16: Plaketten–Rinteln. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1908, S. 931–933 (Digitalisat. zeno.org).
cite-note-1818. ↑ Reinhard Wittram: Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180–1918. Mit ErlĂ€uterungen von Heinrich Laakmann. Sonderausgabe, unverĂ€nderter Abdruck der 1. Auflage 1954. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, ISBN 3-534-06475-5, S. 127.
cite-note-1919. ↑ Napoleon Asmuß: Alexander Gottschalk von Sengbusch, Rigascher BĂŒrgermeister. In: Rigasche StadtblĂ€tter. Jg. 53 (1862), Nr. 27, 5. Juli 1862, ISSN 1691-7448, S. 237–249, hier S. 244 (periodika.lndb.lv).
cite-note-2020. ↑ Reinhard Wittram: Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180–1918. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, ISBN 3-534-06475-5, S. 143.
cite-note-2121. ↑ Wilhelm Lenz: Die Entwicklung Rigas zur Großstadt. Holzner, Kitzingen am Main 1954, S. 5.
cite-note-2222. ↑ Reinhard Wittram: Baltische Geschichte. Die Ostseelande Livland, Estland, Kurland 1180–1918. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1973, ISBN 3-534-06475-5, S. 168.
cite-note-2323. ↑ Alexander Iwanowitsch Michailowski-Danilewski: Geschichte des vaterlĂ€ndischen Krieges im Jahre 1812. Band 3. Aus dem Russischen ĂŒbersetzt von Carl Goldhammer. Götschel, Riga und Leipzig 1840, S. 149 (Scan – Internet Archive).
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